Zehn Jahre Kooperation für Qualität im Krankenhaus
Sozialministerin Katrin Altpeter sagt den kommunalen Kliniken Unterstützung zu

Rund 150 Gäste, darunter Sozialministerin Katrin Altpeter, kamen zur QuMiK-Festveranstaltung in den Hörsaal des Klinikums Ludwigsburg
Seit zehn Jahren arbeiten in Baden-Württemberg kommunale Krankenhäuser unter dem Dach des Verbunds „Qualität und Management im Krankenhaus“ (QuMiK) eng zusammen. Ziel der Kooperation: Die Qualität und Wirtschaftlichkeit an den Partnerhäusern soll durch den regelmäßigen Austausch und das Lernen voneinander kontinuierlich verbessert werden.
Doch am Dienstag stand in Ludwigsburg erst einmal das Feiern auf dem Programm: 150 Gäste aus inzwischen 58 Partnerkliniken hatten sich im Hörsaal des Klinikums eingefunden, um gemeinsam auf die vergangenen zehn Jahre zurückzublicken. Auch Baden-Württembergs Sozialministerin Katrin Altpeter war gekommen, um Glückwünsche zum Jubiläum zu überbringen und die Krankenhausvertreter in ihrer Arbeit zu bestärken: „Kommunale Kliniken bringen Leistungen, auf die die Bevölkerung nicht verzichten kann.“ Die SPD-Politikerin bekannte sich zur „Krankenhausversorgung als öffentliche Aufgabe“: „Wir werden den Trend zur Privatisierung nicht unterstützen.“
QuMiK-Sprecher Dr. Thomas Jendges, Geschäftsführer der SLK-Kliniken Heilbronn GmbH, verwies auf die Breite, Tiefe und Langlebigkeit der Zusammenarbeit innerhalb des Verbunds und nannte beeindruckende Zahlen: „Die QuMiK-Partnerhäuser verfügen zusammen über rund 13.000 Betten, und jährlich werden bei uns über eine halbe Million Patienten stationär behandelt.“ In den kommenden Jahren, so Jendges weiter, werde an den Mitgliedseinrichtungen mehr als eine Milliarde Euro in die Verbesserung der Patientenversorgung investiert.
Wie die Zusammenarbeit ganz praktisch aussieht, berichtete QuMiK-Geschäftsführer Matthias Ziegler, Regionaldirektor bei der Kliniken Ludwigsburg-Bietigheim. In acht Arbeitsgruppen und dem medizinischen Fachbeirat kommen Experten der jeweiligen Bereiche sowie die Geschäftsführer der QuMiK-Partnerhäuser regelmäßig zum Wissenstransfer zusammen. „Diese Arbeitsgruppen sind quasi die Blutgefäße des Verbunds. Sie sind weit verzweigt und halten ihn am Leben“, so Ziegler. Als eine der ersten Arbeitsgruppen wurde die der Pflegedirektion gegründet. Dahinter steht mit 17.000 in den Mitgliedshäusern angestellten Pflegekräften die größte Berufsgruppe.
Edwin Beckert, ehemaliger Geschäftsführer der Regionalen Kliniken Holding RKH GmbH, berichtete als einer der Gründerväter von den Anfängen im Jahre 2002. Ziel des damals noch losen Kreises von vier Klinikgeschäftsführern war es, den Austausch untereinander auf ein festes Fundament zu stellen, um so Probleme gemeinsam behandeln und lösen zu können. Die QuMiK GmbH wurde gegründet – und ist nach Einschätzung von Beckert auf dem richtigen Weg, eine anerkannte Dachmarke und Qualitätsmerkmal zu werden. „Unsere Ziele von damals sind zu einem großen Teil erreicht.“
Alle waren sich darin einig, dass die Zusammenarbeit innerhalb des QuMiK-Verbunds auch für die kommenden zehn Jahre das richtige Mittel ist, um den Herausforderungen zu begegnen, denen sich kommunale Krankenhäuser derzeit stellen müssen. Dass es bei den anstehenden Entscheidungen nicht nur darauf ankommt, eine möglichst große Anzahl an Informationen zu sammeln und zu gewichten, das machte Festredner Professor Gerd Gigerenzer vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin den Zuhörern deutlich. Er ermutigte dazu, öfter dem eigenen Gefühl zu vertrauen: „Um gute Entscheidungen zu treffen, muss man Informationen ignorieren und Mut haben zu Einfachheit und Transparenz. Es gibt oft viele gute Gründe, dem Bauch zu vertrauen.“
Erstmals wurde bei der Festveranstaltung auch der QuMiK-Qualitätspreis verliehen. Für sein MRSA-Management erhielt der Klinikverbund Südwest die Auszeichnung. Mit dem zweiten Preis bedacht wurden gemeinsam die Rems-Murr-Kliniken und das Schwarzwald-Baar-Klinikum Villingen Schwenningen für ein Simulationstraining zum Umgang mit Schwerverletzten. Mit dem dritten Preis ausgezeichnet wurde das Palliativnetzwerk der Kreiskliniken Esslingen.

