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Hygiene - Glossar

Das Hygienekonzept des Klinikenverbunds der Regionalen Kliniken Holding RKH lässt sich zusammenfassen unter der Maxime „Praktizieren einer sinnvollen Standardhygiene bei allen Patienten von Beginn an durch alle Mitarbeiter in einem blitzsauberen Krankenhaus




Hygienekonzept

Das Hygienekonzept des Klinikenverbunds der Regionalen Kliniken Holding RKH lässt sich zusammenfassen unter der Maxime „Praktizieren einer sinnvollen Standardhygiene bei allen Patienten von Beginn an durch alle Mitarbeiter in einem blitzsauberen Krankenhaus. Zum Konzept gehören sechs Eckpunkte:

  1. Struktur
    Hierzu zählen z. B. die Festlegung der Zuständigkeiten und der Verantwortlichkeiten, Einrichtung von Hygienekommissionen und die Erstellung und Pflege der Hygienepläne.

  2. Kennzahlen
    Das Kennzahlensystem umfasst u. a. Keim-/Resistenzstatistiken, Antibiotikaverbrauchsdaten („ADKA-IF-Antibiotika-Surveillance“), Anteil MRSA/SA,  MRSA-Infektionen pro 1.000 Pflegetage, Daten Hand-KISS (Aktion „Saubere Hände“), Daten Intensiv-KISS und Daten aus der externen Qualitätssicherung nach § 135 SGB V.

  3. Antibiotikaresistenzstrategie
    Für jeden Klinikstandort werden jährlich die Keimresisistenzstatistiken ("Resistenzlage") und die Antibiotikaverbrauchsdaten aktualisiert. Die Ergebnisse werden von den Experten vor Ort ausgewertet und die jeweiligen Antibiotikastandards leitliniengerecht (Paul-Ehrlich-Gesellschaft) angepasst. Zusätzlich werden diese Ergebnisse mit Hilfe externer Fachspezialisten in Workshops nochmals überprüft.

  4. MRSA-Management
    Hierzu zählt u. a. die Etablierung eines Risikogruppen-Screenings, die Erfassung und Dokumentation der Fälle sowie die Ableitung von Maßnahmen.

  5. "Blitzsauberes" Krankenhaus
    Hierunter verstehen wir alle Maßnahmen in unseren Krankenhäusern, die ergänzend zu den klinischen Hygienemaßnahmen zu einem gepflegten, sauberen und aufgeräumten Eindruck beitragen (z. B. dem Vermeiden einer "Zettelwirtschaft" oder der Einhaltung von Ordnung und allgemeiner Sauberkeit).

  6. Information/Kommunikation
    Wichtig ist die interne, als auch die externe Kommunikation und Information aller Beteiligten und Interessieren z. B. via Intranet/Internet, im Rahmen der Einführung neuer Mitarbeiter durch Schulungen und Vor-Ort-Begehungen, Workshops, etc.


Hygienekommission

Eine jährlich tagende Hygienekommission auf Verbundebene (Strategie) sowie standortbezogene Hygienekommissionen (operative Umsetzung) mit entsprechender interdisziplinärer Besetzung nehmen ihre Aufgaben (z. B. Fortschreibung der Hygienepläne, Erstellung der Fortbildungspläne, Erörterung der Kennzahlen, Ableitung von Maßnahmen etc.) für die einzelnen Kliniken wahr. Die Arbeitsweise der Hygienekommissionen ist in Form von Geschäftsordnungen festgelegt.



Hygienepläne

Krankenhäuser sind gemäß § 36 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) verpflichtet, in Hygieneplänen innerbetriebliche Verfahrensweisen zur Infektionshygiene festzulegen. Für die Kliniken unseres Verbundes sind diese in den Klinikenhandbüchern im Intranet elektronisch hinterlegt und für die Mitarbeiter zugänglich, da dieses Medium die erforderliche zeitnahe Aktualisierung (Beispiel Auftreten der „Schweinegrippe“ 2009) und Pflege der Dokumente ermöglicht.



Kennzahlen

„Miss es, oder vergiss es“ – dieser Leitspruch des Qualitätsmanagements gilt auch für das Hygienekonzept. Neben der Dokumentation und Aufzeichnung der meldepflichtigen Erkrankungen nach dem IfSG, den gesetzlichen Vorgaben der externen Qualitätssicherung nach § 136 SGB V, regelmäßigen Kontrollen und mikrobiologischen Beprobungen des Trinkwassers, Proben in den Küchenbereichen, sowie den Funktionsbereichen (z. B. OP, Endoskopie) werden strukturiert Kennzahlen zu Infektionen und Resistenzentwicklungen erhoben, verglichen und Maßnahmen abgeleitet. Hierzu zählen beispielsweise die Anzahl der MRSA-Fälle pro 1.000 Pflegetage, der prozentuale Anteil von MRSA an SA, sowie der Verbrauch von Händedesinfektionsmittel pro Pflegetag (HAND-KISS).

Ziele sind die Herstellung einer vergleichbaren und transparenten Datensammlung und deren verständliche Aufbereitung auch für die Öffentlichkeit. So muss bei der Bewertung und Interpretation von Ergebnissen erkenntlich sein, ob es sich bei einer „Infektionsrate“ um die „im Krankenhaus“ (sogenannte nosokomiale) oder „ambulant“ erworbene Infektionen handelt. Oder ob es sich bei der Anzahl der Keimbefunde um eine „Besiedlung“ ohne Krankheitswert, oder Infektion mit Krankheitswert handelt.